Vergrößerter Zweckverband Haslach-Wasserversorgung tagt zum ersten Mal in Vogt

Zur konstituierenden Sitzung hat sich die Verbandsversammlung des Zweckverbands Haslach-Wasserversorgung getroffen. Die Anzahl der Verbandsräte ist von 15 auf 21 gestiegen. Mit dem Beitritt der Gemeinde Vogt sind 4 Sitze hinzugekommen. In Bodnegg und Tettnang werden mehr Einwohner versorgt, so dass jeweils ein zusätzlicher Vertreter in der Verbandsversammlung hinzugekommen ist. Da zwei altgediente Räte nach der letzten Kommunalwahl ausgeschieden sind, konnten somit insgesamt 8 neue Verbandsräte begrüßt werden. Amtzell wird von Bürgermeister Clemens Moll und Imelda Schell, sowie Martin Weber vertreten. Bodnegg durch Bürgermeister Christof Frick, sowie Daniel Stier und Franz Zwisler. Meckenbeuren durch Bürgermeisterin Elisabeth Kugel. Neukirch durch Bürgermeister Reinhold Schnell und Udo Hunstiger. Tettnang durch Bürgermeister Bruno Walter, Ortsvorsteher Peter Bentele, Ortsvorsteher Hubertus von Dewitz und den Stadträten Karl-Josef Aicher, Andreas Huchler und Konrad Renz. Vogt von Bürgermeister Peter Smigoc, Ralph Buemann, Peter Geiger und Christian Uelk. Wangen i. A. von Oberbürgermeister Michael Lang und Ortsvorsteher Roland Gaus. Mit Dankesworten verabschiedet wurden die beiden ausgeschiedenen Verbandsräte Hans-Josef Gindele (Tettnang) nach insgesamt 15 Jahren Zugehörigkeit und Dieter Franke (Bodnegg) nach 5 Jahren.
 

Die neue Verbandsversammlung durfte auch gleich den Verbandsvorsitzenden und seine beiden Stellvertreter neu wählen. Die Führungsspitze wurde jeweils einstimmig wiedergewählt. Neukirchs Bürgermeister Reinhold Schnell führt den Verband schon seit 12 Jahren an und wird die Verantwortung auch für die weiteren 5 Jahre übernehmen. Ebenfalls bestätigt wurden die Bürgermeister Christof Frick und Clemens Moll. Geehrt wurden langjährige Mitarbeiter, so sind Geschäftsführer Ralf Witte und Wasserwärter Manfred Martin schon seit über 30 Jahren beim Zweckverband beschäftigt.
 

Der Jahresabschluss 2018 wurde von Steuerberater Dr. Andreas Dahlke von der Steuerkanzlei Schönwetter, Striedacher und Partner aus Tettnang vorgelegt. Aufgrund der hohen Investitionen von rund 2,9 Millionen Euro ist die Bilanzsumme auf über 14,2 Millionen Euro angestiegen, dabei entfallen auf das Anlagevermögen rund 10,6 Millionen Euro. Die Höhe der Einnahmen und Ausgaben aus der Gewinn- und Verlustrechnung betragen rund 2,8 Millionen Euro. Auf der Einnahmeseite sind vor allem die Erlöse aus Wasserverkauf von über 1,7 Millionen Euro zu benennen. Im Hitzesommer 2018 wurden rund 1.033.630 Kubikmeter Wasser abgegeben, das sind gut 80.000 Kubikmeter mehr als im Durchschnitt der Vorjahre.
 

Auch im Bereich der Sanierungen wurde viel Geld aufgewendet, so dass im Ergebnis ein Verlust in Höhe von 490.495 Euro auszuweisen ist. Rückblickend wurde noch von den abgeschlossenen Baumaßnahmen rund um Tettnang und dem Verbundsystem zwischen Amtzell und Vogt berichtet.
 

In den nächsten Jahren wird sich der Zweckverband schwerpunktmäßig dem Thema Energiemanagement zuwenden. Der Chef des Biberacher Ingenieurbüros Wasser-Müller, Herr Dipl. Ing. Steffen Eckhardt zeigte auf, wie nach und nach die Pumpenaggregate ausgetauscht und die Behälterbewirtschaftung umgestellt werden soll um mehr Energieeffizienz zu erreichen. Gleichzeitig soll eine autarke Notstromversorgung aufgebaut werden um Versorgungssicherheit weiter zu erhöhen.
 

Der Zweckverband Haslach-Wasserversorgung versorgt in seinen 7 Mitgliedsgemeinden zwischenzeitlich rund 23.500 Einwohner. Außerdem ist man für die technische Betriebsführung in der benachbarten Gemeinde Grünkraut mit weiteren 3.200 Einwohner für die Trinkwasserversorgung verantwortlich. Insgesamt werden inklusive dieser technischen Betriebsführung 4 Wassergewinnungsanlagen, 10 leistungsfähige Zwischenpumpstationen und 11 Wasserhochbehälter mit einem Gesamtspeichervolumen von über 10.000 Kubikmeter Wasser und einem Verteilungsnetz von rund 300 Kilometer Länge betrieben. Geschäftsführer Ralf Witte erläuterte sehr anschaulich wie die komplexen Versorgungszonen funktionieren und auf welchem Weg das Trinkwasser seinen Weg nimmt um beim Wasserabnehmer anzukommen. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden praktisch in alle Himmelsrichtungen sehr leistungsfähige Trinkwasserverbundsysteme zu den benachbarten Versorgern aufgebaut. Zwischenzeitlich ist es gelungen, jede Versorgungszone und vor allem die Hauptortschaften aus jeweils zwei unabhängigen Richtungen zu versorgen. Diese Verbundsysteme haben sich insbesondere im extremen Trockenjahr 2018 bestens bewährt. Neben den eigenen Förderleistungen in den Grundwasserwerken wurde Wasser der Verbundpartner in einer Größenordnung von 290.000 Kubikmeter bezogen und gut 110.000 Kubikmeter weiter transportiert um das Wasser an anderer Stelle wieder an die Verbundpartner abzugeben.
 

Zweckverband

Haslach-Wasserversorgung

gez. Ralf Witte

Nachrichten Archiv

Neues Trinkwasserverbundsystem zwischen den Gemeinden Amtzell und Vogt in Betrieb genommen

Der Zweckverband Haslach-Wasserversorgung mit Sitz in Neukirch im Bodenseekreis hat ein neues Trinkwasserverbundsystem zwischen den Gemeinden Amtzell und Vogt in Betrieb genommen. Gebaut wurde eine neue Wasserleitungstrasse von rund 12,5 Kilometer Länge in der Dimension DN 200 GGG. Mit den ebenfalls neu errichteten Pumpwerken bei Winkelmühle und Maierhof wird das Wasser um rund 175 Höhenmeter angehoben um den auf 740 m + NN gelegenen Trinkwasserhochbehälter auf Gemarkung Vogt zu erreichen; dabei liegt die maximale Förderkapazität bei rund 30 Liter pro Sekunde. Außerdem wurde entlang des Leitungskorridors die Breitbandversorgung mitverlegt. Das Bauvolumen beträgt in Summe 6.752.000 Euro.

Die Gemeinde Vogt, mit Ihren rund 4.600 Einwohnern ist dem Zweckverband zum 01. Januar 2019 beigetreten und hat ihm die Aufgabe der Trinkwasserversorgung übertragen. Bisher wurde das Wasserwerk als selbstständige Einheit für sich alleine und technisch isoliert betrieben. Mit dem neuen Verbundsystem kann eine gegenseitige Vollversorgung garantiert werden und es wurde die Versorgungssicherheit für die Wasserabnehmer in den beiden Gemeinden Amtzell und Vogt auf einen optimalen Stand angehoben.

Im Regelbetrieb fließt das Wasser durch die neuen Leitungen im freien Gefälle von Vogt nach Amtzell. In einem sich wechselnden Turnus werden die Pumpwerke regelmäßig aktiviert und die Fließrichtung umgekehrt. Dadurch wird sichergestellt, dass das Verbundsystem im Bedarfsfalle jederzeit spontan aktiviert werden kann. Es handelt sich hier allerdings nicht um eine reine Pumpendruck- und Fallleitung, sondern um eine Versorgungsleitung an welcher die Gebäude entlang des Trassenkorridors direkt angeschlossen sind. Auf weiten Strecken wurde das alte und zu schwach dimensionierte Verteilungsnetz erneuert und aufdimensioniert. Um die Verbindung durchgängig herzustellen, musste auf Gemarkung Amtzell eine Lücke von 3.600 Meter und auf Gemarkung Vogt eine Lücke von 1.500 Meter geschlossen werden. Insgesamt wurden über 100 Hausanschlussleitungen bis in den Keller hinein komplett erneuert.

Verschiedene Verlegemethoden:

Auf weiten Strecken konnte die neue Wasserleitung entlang von Straßen kostengünstig im klassischen offenen Rohrgraben im Grünland verlegt werden. An anderen Stellen wurde bei besonders beengten Verhältnissen das grabenlose Horizontalspülbohrverfahren auf einer Länge von insgesamt 1.500 Meter zum Einsatz gebracht. Anstatt der 6 Meter langen duktilen Gussrohre mit Muffenverbindungen, wurden hier 12 Meter Stangen mittels Spiegelschweißung zur Pipeline verbunden und das Rohrmaterial HDPE DA 250 mm zum Einsatz gebracht, wobei die einzelnen Bohrabschnitte teilweise über 230 Meter am Stück betragen haben. Sehr gute Erfahrungen konnte mit dem Berstlining-Verfahren gemacht werden, welches von uns erstmalig eingesetzt wurde. Dabei wird eine alte Wasserleitung mit einem Keil gesprengt und mit einem nachfolgenden Aufweitkopf wird Platz für die neue und größere Wasserleitung geschaffen, die einfach angehängt und bis zu 200 Meter nachgezogen wird.

Technische Ausrüstung der beiden Pumpwerke

Die Pumpwerke sind in Reihe geschaltet und arbeiten stets im Parallelbetrieb. Das tiefer gelegene Pumpwerk Winkelmühle überwindet ca. die Hälfte des gesamten Höhenunterschiedes. Mit dem so geschaffenen Vordruck übernimmt das Pumpwerk Maierhof und fördert durch das Ortsnetz der Gemeinde Vogt hindurch bis zum Hochbehälter Damoos. Beide Pumpwerke sind jeweils mit 4 Pumpen ausgerüstet. Je nach Bedarf werden im Regelbetrieb zwischen 15 l/sec bis 30 l/sec gefördert. Über Frequenzumrichter können die Motoren in ihrer Drehzahl gesteuert werden, so dass sie in dieser Funktion als Druckerhöhungsanlage den Netzverbrauch direkt abdecken können.

Mitverlegung Breitbandinfrastruktur

Gemeinsam mit den Wasserleitungsarbeiten wurden auch Glasfaserkabel für schnelles Internet mitverlegt. Die Gemeinde Amtzell hat nun eine direkte Anschlussmöglichkeit an die Daten-Autobahn des landkreisweiten Backbone-Netzes im Landkreis Ravensburg erhalten. Gemeinsam mit den neuen Trinkwasseranschlüssen wurden entlang des Trassenkorridors die Glasfaseranschlüsse bis in jedes Gebäude hinein mitverlegt. Die Gesamtlänge des verlegten Rohrmaterials beträgt für das Backbone, die Hauptkabelebene, die Verteilebene und die Hausanschlussleitungen in Summe über 33.600 Meter !

Bausumme von 6.752.000 Euro liegt im geplanten Kostenrahmen

Der Hauptanteil der Baukosten entfällt auf den Erd- und Straßenbau mit 2.720.0000 Euro. Die Rohrleitungsbauarbeiten betragen 1.085.000 Euro. Für die beiden Pumpwerke sind 422.000 Euro aufzubringen und für den Breitbandausbau wurden 1.335.000 Euro investiert. Hinzu zu rechnen sind noch die weiteren Nebenkosten, wie Ingenieur-Honorar, Grunderwerb, Flurschaden mit rund 1.190.000 Euro. 

Dank an das Land Baden-Württemberg

Dieses aus der Sicht der Wasserwirtschaft für unsere Region bedeutsame Großprojekt wird vom Land Baden-Württemberg mit einem Fördersatz von 25 % großzügig finanziell unterstützt. Ohne diese Kostenbeteiligung wäre es sehr schwer geworden das Projekt zu finanzieren, ohne die Wasserabnehmer mit steigenden Gebühren zu belasten. Auch der Breitbandausbau wird vom Land Baden-Württemberg großzügig bezuschusst, sonst wäre es den beiden Gemeinden Amtzell und Vogt kaum möglich gewesen diesen hohen Betrag für die Breitbandversorgung im ländlichen Raum aufzubringen.

Beteiligte Firmen

Die Projektierung, sowie die Bauleitung wurde vom Ingenieurbüro Wasser-Müller aus Biberach übernommen. Die Erd- und Straßenbauarbeiten wurden von der Firma Harald Klein aus Grünkraut und die Rohrverlegearbeiten wurden von der Firma Franz Lohr aus Ravensburg ausgeführt. Die Verlegung der Glasfaserleitungen erfolgt durch die Firma Kellner-TeleCom aus Korntal-Münchingen ausgeführt.

Weitere Trinkwasserverbundsysteme

Schon seit den 1990er Jahren betreibt der Zweckverband Haslach-Wasserversorgung große Anstrengungen um die Versorgungssicherheit zu optimieren. Gemeinsam mit den benachbarten Wasserversorgern wurden bereits vier weitere sehr leistungsfähige Trinkwasserverbundsysteme geschaffen:
 

1.   Zweckverband Wasserversorgung Unteres Schussental
      Zweckverband Gehrenberg-Wasserversorgung
      Städt. Wasserwerk Tettnang
      Gemeindewasserwerk Meckenbeuren
      Gemeindewasserwerk Langenargen
 

2.   Städt. Wasserwerk Wangen im Allgäu
      Zweckverband Neuravensburger-Wasserversorgung
 

3.   Gemeindewasserwerk Grünkraut
 

4.   Gemeindewasserwerk Kressbronn am Bodensee
 

Somit haben sich zehn verschiedene Trinkwasserversorgungsunternehmen die in 14 Städten und Gemeinden über 100.000 Einwohner versorgen, technisch zusammengeschlossen und können sich gegenseitig jeweils eine Vollversorgung garantieren, selbst wenn das größte Wasservorkommen ausfallen sollte (sh. Übersichtskarte unten). Sämtliche Anlagen sind in den täglichen Versorgungsbetrieb integriert und können jederzeit spontan aktiviert werden.

Kurzportrait
 

Der im Jahr 1912 gegründete Zweckverband Haslach-Wasserversorgung liefert das Wasser bis zum Endkunden und finanziert sich größtenteils über Wassergebühren. In den sieben Verbandsgemeinden (Amtzell, Bodnegg, Meckenbeuren, Neukirch, Tettnang, Wangen und Vogt) werden insgesamt ca. 23.300 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Außerdem ist der Verband für die technische Betriebsführung in der benachbarten Gemeinde Grünkraut mit ca. 3.200 Einwohnern verantwortlich. Die Wasserabgabemenge beträgt insgesamt rund 1,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Typisch für diese Gegend Oberschwabens im Hinterland des Bodensees ist die ausgeprägte Streusiedlungsstruktur. Die Vielzahl der entlegenen Weiler und Einzelgehöfte erfordern ein ausgedehntes Versorgungsnetz von über 350 km Länge. Das Versorgungsgebiet liegt in einer hügeligen, von den Eiszeiten geformten Drumlinlandschaft mit großen und häufigen Höhenunterscheiden, was den Betrieb der Wasserverteilungsanlagen sehr aufwendig macht. Bedingt durch diese topographischen Verhältnisse sind mehrere leistungsfähige Pumpwerke erforderlich um das Wasser zu den 11 Trinkwasserbehältern zu fördern.
 

Neue Mitgliedsgemeinde Vogt
Mit dem Beitritt der Gemeinde Vogt zu unserem Zweckverband leben wir interkommunale Zusammenarbeit, bündeln unsere Kräfte und schaffen gemeinsam die Grundlage für eine auf Generationen ausgelegte sichere Trinkwasserversorgung in unserer Raumschaft und garantieren dabei stabile, günstige Preise und beste Trinkwasserqualität. Die Einhaltung der hohen gesetzlichen Anforderungen an eine sichere Trinkwasserversorgung und die Bereitstellung der erforderlichen Feuerlöschmengen stehen dabei im Vordergrund unserer täglichen Arbeit. Als öffentlich-rechtlich organisierter Wasserversorger hat der Zweckverband die Gewinnerzielungsabsicht in seiner Verbandssatzung ausdrücklich ausgeschlossen und unterscheidet sich dadurch grundlegend von allen anderen privatrechtlich organisierten Versorgungsunternehmen, die profitorientiert am Markt operieren.

Danken möchten wir an dieser Stelle ganz besonders auch allen Grundstückseigentümern und Pächtern der landwirtschaftlichen Flächen entlang unserer Wasserleitungstrassen. Von allen Seiten haben wir großes Verständnis und die Zustimmung zum Bau der neuen Verbundleitung erfahren. Im kommenden Frühjahr planen wir einen Tag der offenen Tür und laden die Bevölkerung aus den beiden Gemeinden Amtzell und Vogt, sowie insbesondere die Grundstückseigentümer dazu ein.

Baustelle bei Maierhof

Verbundpartner Übersichtskarte

Satzungsänderungen des Zweckverbandes Haslach-Wasserversorgung, Neukirch


In der Verbandsversammlung vom 27. November 2018 wurden folgende Satzungsänderungen beschlossen, die am 1. Januar 2019 in Kraft treten:

- Satzung zur Änderung der Verbandssatzung

- Satzung zur Änderung der Wasserversorgungssatzung

- Änderungssatzung über die Entschädigung für ehrenamtliche Tätigkeit

Neukirch, 27. November 2018
Zweckverband Haslach-Wasserversorgung
Verbandsvorsitzender
gez.
Reinhold Schnell
Bürgermeister

Gemeinde Vogt wird Mitglied beim Zweckverband Haslach-Wasserversorgung

Die öffentliche Wasserversorgung bleibt in kommunaler Hand

Ab 2019 wird die Gemeinde Vogt mit ihren ca. 4.600 Einwohnern dem Zweckverband beitreten und ihm die Aufgabenerfüllung übertragen. Der Zweckverband Haslach-Wasserversorgung erfüllt seit 106 Jahren erfolgreich die Aufgabe der öffentlichen Trinkwasserversorgung in seinem Versorgungsgebiet in den sechs Mitgliedsgemeinden Amtzell, Bodnegg, Meckenbeuren, Neukirch, Tettnang und Wangen für bisher rund 18.000 Menschen (künftig 22.600) und garantiert dabei stabile und günstige Preise bei hoher Versorgungssicherheit und bester Trinkwasserqualität. Die Einhaltung der hohen gesetzlichen Anforderungen an eine sichere Trinkwasserversorgung und die Bereitstellung der erforderlichen Feuerlöschmengen steht dabei im Vordergrund der täglichen Arbeit. Als öffentlich-rechtlich organisierter Wasserversorger hat der Zweckverband die Gewinnerzielungsabsicht in seiner Verbandssatzung ausdrücklich ausgeschlossen und unterscheidet sich dadurch grundsätzlich von allen anderen privatrechtlich organisierten Versorgungsunternehmen, die profitorientiert am Markt operieren.

Mit dem Beitritt der Gemeinde Vogt zum Zweckverband Haslach-Wasserversorgung wird ein wichtiger Schritt zur Bewahrung der öffentlichen Trinkwasserversorgung in kommunaler Hand umgesetzt. Für die Wasserabnehmer ändert sich nichts, nur die Organisationsform wird optimiert, da die Spezialaufgabe Trinkwasserversorgung an den auf diesem Gebiet spezialisierten Zweckverband übertragen wird. Der demokratische Einfluss der Bürger auf ihre Wasserversorgung ist dabei garantiert, da neben dem Bürgermeister auch noch weitere Vertreter aus den Reihen des Gemeinderats in der Verbandsversammlung die politische Zielvorgaben der Verbandsarbeit vorgeben.

In einem größeren Unternehmen fällt es einfacher, die heute gesetzlich geforderten sehr hohen Anforderungen an einen rechtssicheren Betrieb der Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. Beispielhaft seien hier genannt die Erfüllung des strengen technischen Regelwerks durch fachlich qualifiziertes Personal und die Organisation der Rufbereitschaft und des Entstörungsdienstes rund um die Uhr. Aber auch Themen wie Betriebs- und Organisationshandbuch, Technisches Sicherheitsmanagement, Zertifizierung für ein Energiemanagementsystem usw. erfordern eine Bündelung der personellen Ressourcen. Der Zweckverband pflegt einen partnerschaftlichen Umgang zu seinen Mitgliedsgemeinden und garantiert, dass der technische Ausbaustandart und die Versorgungssicherheit in allen Mitgliedsgemeinden auf einem gleichen sehr hohen Niveau betrieben werden.

Um die Wasserversorgung in einem sich unter wettbewerbsrechtlich veränderndem europäischem Umfeld auch in Zukunft in kommunaler Obhut zu bewahren, sind Wirtschaftlichkeit, hohe Versorgungssicherheit, beste Wasserqualität und stabile Preise die entscheidenden Faktoren. Durch den Erhalt der örtlich präsenten, kundenfreundlichen Strukturen kann die kommunale Eigenständigkeit und der demokratische Einfluss der Bürger auf ihre Wasserversorgung gewahrt werden. Dazu bedarf es einer Optimierung der Organisationsstrukturen und das Ausnutzen von Größenvorteilen und Effizienzsteigerungen.


Bau eines neuen Trinkwasserverbundsystems   -   Stabile Preise
Der Bau des neuen Trinkwasserverbundsystems mit über 12 Kilometer Gesamtlänge und einem Bauvolumen von über 4,5 Millionen Euro zwischen den beiden Gemeinden Amtzell und Vogt wurde Mitte Juni 2018 begonnen und die Arbeiten konnten bereits auch schon zu einem ganz großen Teil fertiggestellt werden. Diese für die Region wasserwirtschaftlich bedeutsame strukturverbessernde Maßnahme wird vom Land Baden-Württemberg großzügig mit einem Fördersatz von 25 % finanziell unterstützt. Die Finanzierung ist in der aktuellen Gebühren- und Beitragskalkulation schon berücksichtigt. Für die kommenden zwei Jahre werden die Preise stabil gehalten, wobei in Vogt sogar der etwas günstigere Wasserzins von 1,55 Euro pro Kubikmeter (netto ohne Mehrwertsteuer) für diesen Übergangszeitraum gehalten wird, im übrigen Verbandsgebiet sind es seit 2017 1,63 Euro/cbm.

Auf Gemarkung Vogt konnten die neu verlegten Hauptwasserleitungen schon bis zur Kreuzung an der Kiesgrube bei Grenis in Betrieb genommen worden. Es fehlt nur noch ein kleiner  Abschnitt zwischen Ortsausgang Vogt in Richtung Wohnplatz „Letze“. Im kommenden Frühjahr werden auch noch die restlichen Hausanschlussleitungen erneuert. Auf Amtzeller Gemarkung sind ebenfalls große Streckenabschnitte bereits verlegt. Es fehlen aktuell nur noch ca. 500 m um das Leitungssystem durchgängig miteinander zu verbinden. Parallel dazu wurden die beiden Pumpwerke bei Winkelmühle und Maierhof errichtet und in nächster Zeit werden die hydraulische Installation, sowie die Elektro- und Steuerungstechnik fertiggestellt.


Zukünftige Entwicklung:
Neben der Errichtung des Trinkwasserverbundsystems kommen auf dem Gebiet der Gemeinde Vogt weitere Baumaßnahmen zur Erneuerung der teilweise veralteten Versorgungsanlagen hinzu. Auf der Grundlage des beschlossenen mittelfristigen Investitions- und Sanierungsprogramms werden in den kommenden 10 Jahren Baukosten in Höhe von ca. 2,0 Millionen Euro erwartet. Die in der Gemeinde Vogt erschlossenen Trinkwasservorkommen aus der Quellfassung Rohrmoos und dem Tiefbrunnen Damoos reichen langfristig aus um den Trinkwasserbedarf in Vogt abzudecken. Der Zweckverband hat sich vertraglich dazu verpflichtet, dass die örtlichen Wasservorkommen vorrangig zur Versorgung der Bevölkerung aus der Gemeinde Vogt verwendet werden sollen. Nur in Ausnahmefällen, darf Wasser in das übrige Verbandsgebiet geleitet werden, wenn dies im Störungsfall vorübergehend erforderlich werden sollte. Dabei muss die Versorgungssicherheit der Bevölkerung in Vogt jederzeit vorrangig gesichert sein.

Kennzahlenvergleiche
Die durchschnittliche Wasserabgabemenge in Vogt beträgt pro Jahr ca. 215.000 Kubikmeter, dem steht ein zu erwartendes Bauvolumen von jährlich ca. 200.000 Euro gegenüber. Ähnlich verhält es sich beim Zweckverband Haslach-Wasserversorgung in seiner bisherigen Größe. Dort wurden bisher rund 1.000.000 Kubikmeter Wasser abgegeben und es werden durchschnittlich ca. 1,0 Millionen Euro pro Jahr in den weiteren Ausbau und die Erneuerung der Versorgungseinrichtungen investiert. Auch die sonstigen technischen Strukturdaten und die wirtschaftlichen Verhältnisse sind vergleichbar. Das Alter der Versorgungsanlagen, der Materialmix und die Dimensionen des Rohrmaterials sind in Vogt genau so, wie wir es auch in den anderen Verbandsgemeinden antreffen. Das betrifft auch die Relation Länge des Leitungsnetzes zur Anzahl der versorgten Einwohner, bzw. der Wasserabgabemenge. Die Versorgungsstrukturen werden dominiert von einer kompakten Ortslage und weitläufigen Strukturen der hier üblichen Streusiedlung in Oberschwaben, mit kleinen Weilern und Einzelgehöften. Nach der Umsetzung des Trinkwasserverbundsystems, wo auch im großen Umfang veraltete Wasserleitungen ausgetauscht werden, ist der technische Ausbaustandart in Vogt mit dem der anderen Verbandsgemeinden des Zweckverbands vergleichbar.

Vorteile für alle Beteiligte / Interkommunale  Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde
Vor dem Hintergrund des aus Brüssel kommenden ständig wachsendem Veränderungsdruck, der den Ordnungsrahmen in Deutschland auf den Prüfstand stellt, wird die gegenwärtige Struktur und insbesondere die Entscheidungshoheit der Kommunen zur Ausgestaltung der Wasserversorgung grundsätzlich in Frage gestellt. Der demokratische Einfluss der Bürger auf die örtliche Trinkwasserversorgung könnte wegfallen. Unter dem heute noch bestehenden besonderen Schutz der sog. Kommunalen Daseinsvorsorge ist es jetzt höchste Zeit um noch rechtzeitig zukunftsweisende Weichenstellungen vorzunehmen. Der Zweckverband Haslach-Wasserversorgung betreibt zu weiteren benachbarten Wasserversorgungen seit vielen Jahren rein technische Trinkwasserverbundsysteme die sehr leistungsfähig sind und sich gerade in den zurückliegenden Monaten, während der extremen Trockenperiode bestens bewährt haben und eine absolute Versorgungssicherheit in der gesamten Region garantiert haben. Durch einen von gegenseitigem Vertrauen geprägten Zusammenschluss zu einem größeren Zweckverband, wie dem Beitritt der Gemeinde Vogt zum Zweckverband Haslach-Wasserversorgung werden die Kräfte gebündelt, um die Herausforderungen der kommenden Entwicklungen zu meistern.

Die Trinkwasser-Verbundleitung wird gebaut!

Der Zweckverband Haslach-Wasserversorgung und die Gemeinde Vogt bauen zwischen den beiden Trinkwassernetzen eine neue leistungsfähige Verbundleitung. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die beiden Versorgungsgebiete in Vogt und in Amtzell jeweils gegenseitig aus einer zweiten unabhängigen Richtung abzusichern und so die Versorgungssicherheit deutlich zu verbessern. Die Gemeinde Vogt wird dem Zweckverband Haslach-Wasserversorgung ab dem 01.01.2019 beitreten.

Entlang der rund 12 Kilometer langen Trasse werden zwei leistungsfähige Pumpwerke (Winkelmühle und Maierhof) errichtet. Die Baukosten für das Großprojekt liegen bei insgesamt rund 6,5 Millionen Euro. Im Zuge der Tiefbaumaßnahme wird auch eine Glasfasertrasse verlegt. Zahlreiche Anwesen entlang des Wasserleitungskorridors in Amtzell und in Vogt erhalten neben einem Wasseranschluss auch einen Anschluss an die schnelle Datenautobahn. In den bisher stark unterversorgten Gebieten sind künftig über die hochmodernen Glasfaseranschlüsse schnelle Internetverbindungen möglich. Außerdem erhält die Gemeinde Amtzell auf diesem Wege einen direkten Anschluss an das landkreisweite Breitbandversorgungsnetz im Landkreis Ravensburg. Auch die Löschwasserversorgung kann nachhaltig verbessert werden.

Der Dank gilt allen Beteiligten an diesem großen Projekt. Insbesondere aber den vielen Grundstückseigentümern für die konstruktive Zusammenarbeit sowie dem Land Baden-Württemberg für die Förderung in Millionenhöhe (Wasserwirtschaft und Breitbandausbau).

Gemeinde Vogt und Zweckverband Haslach-Wasserversorgung wachsen zusammen und bündeln ihre Kräfte

Eine historische und zukunftsweisende Weichenstellung hat der Gemeinderat in Vogt mit deutlicher Mehrheit bereits schon im Oktober und nun auch die Verbandsversammlung des Zweckverband Haslach-Wasserversorgung einstimmig vollzogen. Die beiden Trinkwasserversorgungen formieren sich neu und stellen sich gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft.
Ziel: Erhöhung der Versorgungssicherheit für beide Partner
Die Gemeinde Vogt überträgt die Kernaufgabe kommunaler Daseinsvorsorge, die Trinkwasserversorgung an den Zweckverband und tritt diesem bei. Beide Partner sehen darin in erster Linie eine wichtige Maßnahme zur Bewahrung der Wasserversorgung in kommunaler Hand. Der von gegenseitigem Vertrauen geprägte Zusammenschluss ist die Grundlage dafür, dass unser Lebensmittel Nummer eins auch in Zukunft in ausreichender Menge bei bester und gesicherter Trinkwasserqualität zu günstigen Preisen zur Verfügung stehen wird. Durch den Beitritt der Gemeinde Vogt wird die interkommunale Gemeinschaft gestärkt, und die örtlich präsenten und kundenfreundlichen Organisationsstrukturen bleiben erhalten. Dabei steht hohe Versorgungssicherheit im Vordergrund und nicht Gewinnmaximierung. Denn der rein kommunal getragene Zweckverband hat eine Gewinnerzielungsabsicht in seiner Satzung ausdrücklich ausgeschlossen. Mit der Übertragung der Spezialaufgabe Trinkwasserversorgung an den auf diesem Gebiet schon seit 105 Jahre tätigen Zweckverband werden Kompetenzen gebündelt und die Einhaltung der strengen gesetzlichen Anforderungen gesichert. Für die rund 4.500 Einwohner in Vogt ändert sich fast gar nichts, denn Sie bleiben in der Gemeinschaft mit weiteren ca. 18.000 Wasserabnehmern, in Summe also etwa 22.500 Einwohner, auch weiterhin Eigentümer ihrer Wasserversorgung, nur die Rechtsform wird angepasst. Der demokratische Einfluss der Bürger auf ihre Wasserversorgung bleibt durch die Stimmrechte der Gemeinde Vogt in der Verbandsversammlung gewahrt.


Bau eines Trinkwasserverbundsystems

Bis der formelle Beitritt vollzogen werden kann, sind noch einige organisatorische und rechtliche Detailfragen abzustimmen, die nun in der gebotenen Sorgfalt erledigt werden können. Angestrebt wird der Stichtag 01. Januar 2019. Bis dahin wird die Zeit genutzt um das beschlossene Trinkwasserverbundsystem mit dem Bau einer ca. 12 km langen Hauptversorgungsleitung zwischen Amtzell und Vogt umzusetzen. Diese für die Region wasserwirtschaftlich besonders bedeutsame strukturverbessernde Maßnahme mit einem Gesamtbauvolumen von geschätzten 4,5 Millionen Euro wird vom Land Baden-Württemberg mit 25 % Fördermitteln großzügig bezuschusst. Auch in Zukunft wird das in Vogt aus dem Tiefbrunnen Damoos und dem Quellwasserwerk Rohrmoos gewonnene Trinkwasser die Versorgung der Vogter Bürger sicherstellen und nur dort verwendet. Das auf Gegenseitigkeit ausgelegte Trinkwasserverbundsystem gewährleistet eine Vollversorgung der Gemeinde Vogt über den Pumpbetrieb von Amtzell her. Im umgekehrten Fall würde bei einer Störung Wasser von Vogt nach Amtzell geleitet.

Preisstabilität

Neben der Erhöhung der Versorgungssicherheit und einer Optimierung der Organisationsstrukturen dürfen unsere Wasserabnehmer auch in Zukunft mit stabilen Preisen rechnen. Die Finanzierung des Verbundsystems ist in der aktuellen Gebührenkalkulation sowohl in Vogt, wie auch beim Zweckverband bereits schon einkalkuliert. Der günstige Preis für 1,55 Euro pro Kubikmeter Wasser in Vogt und die 1,63 Euro beim Zweckverband liegen nahe beisammen. Angestrebt wird den Preis in Vogt noch für eine Übergangszeit auf dem etwas niedrigeren Niveau zu halten und erst zu einem späteren Zeitpunkt auf einen einheitlichen Gebührensatz im gesamten Verbandsgebiet anzupassen. 

NOTDIENST

Wir sind rund um die Uhr für Sie da. Bei Störungen in der Wasserversorgung wählen Sie bitte folgende Telefonnummer:

  07528 - 920 960

Öffnungszeiten

Montag - Freitag:
8:00 bis 12:00 Uhr